Nachtrag

am 01.12. war welt-aids-tag… eigentlich wollte ich über dieses thema nicht schreiben, obwohl es mich beschäftigt und mir angst macht. wohl die einzige krankheit, die mich richtig erschreckt. auch wenn bei mir das krebs-risiko viel höher liegt, sehe ich das nicht so schlimm. warum auch immer… aber aids… davor habe ich totale angst… wie gesagt, eigentlich wollte ich gar nicht schreiben. bin aber dann heute abend auf neon hängen geblieben und dort über einen beitrag gestoßen, der einfach alles aussagt, worum es geht…

“Vielleicht war das ein Fehler.
Wir wussten später nicht wirklich, ob er es war der dich infiziert hat. Nur, dass er es ohne Gewissen weiterreichte, selbst nachdem er Bescheid wusste. Vielleicht hat er dich angesteckt, vielleicht auch ein anderer. So oder so, es war egal, du hattest dir dieses beschissene, todbringende Virus eingefangen. Erinnerst du dich, wie viele Nächte wir deswegen geheult haben, gepackt von der Angst, zu wissen, dass du sterben wirst? Morgen, nächste Woche, vielleicht in einem Jahr? Die Ungewissheit hat uns verrückt gemacht, wir waren fassungslos und wütend. Auf uns, die Kerle, auf Aids. Viele von unseren Freunden sind damals sehr schnell gestorben. Er auch.

Du durftest weiterleben.
Noch viele unerwartete Jahre, die sogar glücklich waren, von Zeit zu Zeit. Zuversichtlich hast du jeden Tag, jeden Augenblick genossen, selbst als sie ausgebrochen und dich kalt erwischt hat, diese Krankheit, die du nicht haben wolltest und doch zu dir gehörte, wie eine Hassliebe. Ja, jetzt hast du es geschafft und sie gewonnen. Leidest nicht mehr unter den Tonnen von Medikamenten, die deinen Körper zerfressen haben und der trügerischen Hoffnung, Aids aufzuhalten zu können. Hast den Schrecken dieser Krankheit endlich losgelassen. Und dich. Es tut mir so leid, dass wir uns seit Jahren nicht mehr gesehen haben, ich nicht wusste, dass es mit dir soweit war und keine Gelegenheit hatte, bei dir zu sein. So wie früher, als wir gemeinsam um die Häuser gezogen sind. Du und ich. Werde dich vermissen, dich nicht vergessen. Dich und die anderen.

Hoffe, es geht dir gut.
Dort, wo du jetzt bist. Hey, grüß mir unsere alten Kumpel. Sag ihnen, dass ich auch sie vermisse und mich an sie erinnere. Dann, wenn ich an unsere Zeiten denke, damals, als wir noch halbe Kinder waren und wie John Travolta sein wollten. Ich weiß, wir werden uns wiedersehen, dort, im Kinosaal unsere Träume längst vergangener Tage.

Halt mir einen Platz neben dir frei bis ich komme und lass die Finger von Johnny, du weißt, ich habe ihn zuerst gesehen…”

den vollständingen text gibt es hier

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