Archive for September, 2004

Ihr seid ich

Kennt ihr das? Ihr bereitet euch seelisch auf das Schlimmste vor und hofft aber gleichzeitig, dass alles gut wird. Ihr wisst, wie es ausgeht. Das Schlimmste trifft ein. Ihr dachtet, ihr seid darauf vorbereitet. Ihr dachtet, so schlimm kann es nicht sein. Und dann hört ihr es. Das Schlimmste. Und es trifft euch, als hättet ihr euch auf gar nichts vorbereitet. Als wüsstet ihr gar nichts mehr. Als würde eine Welt zusammen brechen. Und vielleicht tut sie das sogar. Ihr seid am Ende. Alles scheint egal. Nichts ist wichtig. Und ihr habt Kopfschmerzen. Vielleicht kommen die davon, dass ihr ständig daran denkt und euch fragt, wie hoch wohl der Preis ist, den ihr bereit wärt zu zahlen, könntet ihr es ungeschehen machen. Aber das geht nicht mehr. Ihr resigniert vor eurer eigenen Vorstellung. Ihr resigniert. Ihr gebt auf. Ihr habt verloren.

Ihr seid ich.

Wohnungen gucken

Was macht man, wenn einem Samstags langweilig wird? Man schaut sich eine Wohnung an. Und was macht man, wenn einem total langweilig ist? Man schaut sich zwei oder drei Wohnungen an. Aber wenn man einfach nicht mehr alle hat, dann schaut man sich sechs Wohnungen an. Genau das haben wir gestern getan und sind den ganzen Tag zwischen Wiesbaden und Mainz gepändelt und haben Makler labern hören, alte Vermieterinnen an der kaputten (Gas-)Heizung drehen sehen und Selbstauskünfte gegeben. Ende der Geschichte ist, dass für mich nur eine Wohnung in Frage kommen würde und für meine Mitbewohnerin immerhin zwei. Dafür waren wir gestern abend Schlagkaputt, denn das schlaucht ganz schön.

Was haben wir aus dieser Aktion gelernt? Nie wieder mehr als drei Termine an einem Tag. Das langt völlig.

Erschreckend

Ich kann Analysegeräte im Wert von einer halben Millionen Euro vom Prototyp in die Serienfertigung überleiten. Aber auf einer einfachen Carrera-Rennbahn schaffe ich nicht mal eine Runde. Wann habe ich aufgehört Kind zu sein?

Ihn halten, wenn er fällt

“Ich verbringe viel Zeit damit, ihm beim Schlafen zuzusehen. Es sind die einzigen Momente des Tages, an denen wir uns nicht belauern, uns nicht wie Indianer auf dem Kriegspfad benehmen oder versuchen, in die Worte des anderen etwas hineinzuinterpretieren, was gar nicht beabsichtigt gewesen ist. Ich setze mich dann auf den Stuhl neben dem Bett, lese in einem Buch oder in der Zeitung und versuche, ihn durch das Rascheln beim Umblättern nicht zu wecken. Manchmal starre ich ihn auch einfach nur an. Ich beobachte, wie sich sein Brustkorb regelmäßig hebt und senkt und wie er sich hin und her wälzt, um eine Stellung zu finden, bei der er keine Schmerzen hat. Sein Hausarzt, der jeden zweiten Tag kommt, hat schon mehrmals angeboten, ihm etwas gegen die Schmerzen oder zum Einschlafen zu geben, aber er will nicht. FrĂĽher hat er nicht mal Aspirin genommen.

Wenn er richtig tief schläft, weicht die Anspannung des Tages aus seinem Körper und sein Gesicht bekommt einen vollkommen friedlichen Ausdruck. Dann will ich ihn berĂĽhren, ihn wie frĂĽher in den Arm nehmen, ihm ins Ohr flĂĽstern, dass alles wieder gut wird. Aber ich tue es nicht, weil ich mir sage, dass er seinen Schlaf braucht, dass ich ihn nicht unnötig wecken darf. Was mich wirklich davon abhält, ist der Zweifel, ob es nicht zu spät ist. Ich glaube nicht daran, dass alles wieder gut wird. AuĂźerdem habe ich Angst vor dem, was er tun könnte, wenn er hört, was eigentlich passiert ist. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er die Wahrheit erfährt.”

Aus “Ihn halten, wenn er fällt”. Ein gutes Buch.

Und die Familie wächst weiter

Und die Familie wächst weiter!!! Ich bin gestern Abend um 23:15 Uhr zum zweiten Mal Onkel geworden. Auf die Welt kam die 53cm große und 3500g schwere Lucy Susan!

Ansonsten ist alles wie immer (also irgendwo zwischen supergut und superscheiĂźe).

Nachtrag

Nachtrag: Wir waren am Freitag in “Der Untergang”. Alles darĂĽber im Kino-Spezial.

So, am Wochenende mal ein paar Wohnungen rausgesucht und die Makler angeschrieben. Heute schon einen Termin gehabt und am Samstag grad wieder einer. Aber die Wohnung heute war nicht so der BrĂĽller. Schon recht groĂź und alles, aber etwas dunkel. Und etwas (sehr!!!!) teuer. Na ja, ich suche halt weiter.

co.uk

Irgendwie hat der letzte Providerwechsel viel länger gedauert. Gestern abend das Formular unterschrieben, heute morgen gefaxt, vom neuen Anbieter schon die Bestätigung und vom alten auch schon die Kündigung. Ach so, ich rede übrigens von www.justcarmen.co.uk.

long-term relationships

Und wieder mal ein kleiner Beitrag aus der Reihe “unnötiges, was man wissen sollte”: some things I’m learning about long-term relationships (2010: Der Link geht leider nicht mehr)

Vita

Nur kurz zur Info: Auf justcarmen.de wurde die Vita ĂĽberarbeitet und neu gestaltet.